Belgien
Kunst, Kultur, Berge und Meer
Multikulturelles Europa
Die parlamentarische Erbmonarchie Belgien liegt zwischen Nordsee und Ardennen und grenzt an die Niederlande, Deutschland, Luxemburg und Frankreich. Der Urbanisierungsgrad ist mit 98 Prozent der höchste Europas, überhaupt gehört Belgien zu den am dichtesten besiedelten Ländern der Welt.
Der Norden des Landes mit den Flamen ist niederländisches Sprachgebiet, der Süden mit den Wallonen französisches. Natürlich punktet Belgien aufgrund der dichten Besiedlung in erster Linie mit seiner kulturellen Vielfalt, die sich nicht nur in der Architektur, sondern auch in der Kulinarik, etwa ausgezeichnetes Bier ‒ seit 2016 UNESCO-Weltkulturerbe ‒, Pralinen, Waffeln, Käsespezialitäten und natürlich Pommes frites, niederschlägt. Aber mit den Ardennen und der belgischen Küste gibt es auch genügend Möglichkeiten, aktiv zu werden, sei es bei Wanderungen oder Wassersport.
„Kunststädte“
Für so ein kleines Land wartet Belgien mit erstaunlich vielen interessanten Städten auf.
Die multikulturelle Metropole Brüssel ist nicht nur Residenzstadt des belgischen Königs, sondern auch Hauptquartier der NATO und Hauptsitz der EU. Neben den EU-Gebäuden im Europaviertel, dem Atomium und dem Manneken Pis hat Brüssel noch weitere Highlights zu bieten, etwa dem Grande Place mit dem gotischen Rathaus und den barocken Fassaden, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, die Kathedrale Saint Michel und die Basilika Sacré-Cœur im Art-déco-Stil, dem Königlichen Palast und dem Triumphbogen im Jubelpark. Vom Mont des Arts (Kunstberg) hat man nicht nur einen schönen Blick, hier können Sie auch viele Museen besuchen. Sogar für Comic-Fans gibt es ein Museum, das Centre Belge de la Bande Dessinée. Oder Sie gehen gleich die Comic-Strip-Route ab: Mehr als 40 Häuserfassaden wurden mit belgischen Comics verziert und sind echte Hingucker.
Antwerpen, die Hafenstadt an der Schelde, war bereits im 14. Jahrhundert ein wichtiges Handels- und Finanzzentrum und versprüht auch heute noch maritimen Charme. Die lange Geschichte lässt sich an der historischen Architektur ablesen, die von den verwinkelten Gassen mit den prächtigen Gildehäusern, der Burg Het Steen, den herrschaftlichen Gebäuden am Grote Markt, der Liebfrauenkathedrale, dem Rubenshaus und dem Bahnhof geprägt wird. Sehr modern geht es rund um Europas zweitgrößten Seehafen zu, etwa mit dem Museum aan de Stroom (MAS) aus „gestapelten Boxen“, von dessen Aussichtsplattform Sie einen wunderbaren Blick auf die Stadt und den Hafen haben. Das von Zaha Hadid entworfene monumentale Hafenhaus in Form eines Diamanten spielt auf die wichtige Rolle Antwerpens für den Diamantenhandel an. Um einen Eindruck von diesem „Geschäft“ zu bekommen, schlendern Sie doch durch das jüdische und das Diamantenviertel. Darüber hinaus gilt Antwerpen als Design- und Modemetropole Belgiens mit vielen Shoppingmöglichkeiten.
Brügge wird aufgrund der malerischen Grachten und der mittelalterlichen Altstadt mit engen Gassen, steilen Treppen und kleinen Häusern auch „Venedig des Nordens“ genannt. Eine traumhafte Aussicht über die Stadt haben Sie vom Belfried am Grote Markt mit vielen schönen Cafés. Unbedingt sehenswert sind der neogotische Provinciaal Hof, das alte Rathaus, die Heilig-Blut-Basilika und die Liebfrauenkirche. Und falls Ihnen die Füße weh tun, können Sie auch eine romantische Grachtenfahrt unternehmen. Natürlich locken in Brügge auch viele interessante Museen, darunter ein Fritten-Museum und das Schokoladenmuseum.
Gent, das ebenfalls von Kanälen durchzogen wird, ist von riesigen Blumenfeldern umgeben und wird deshalb auch „Blumenstadt“ genannt. Hier erwarten Sie zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten wie der Genter Belfried, die Sint-Niklaaskerk, die Sint-Baafskathedraal oder schöne Herrenhäuser und eine reiche Kunst- und Kulturszene. Auch kulinarisch punktet Gent ‒ mit köstlicher Schokolade und herrlichen Waffeln.
Belgische Küste
An der 65 Kilometer langen belgischen Nordseeküste mit langen Sandstränden und weiten Dünen liegen zwischen Knokke-Heist nahe der niederländischen und De Panne an der französischen Grenze etliche Badeorte, die alles bieten, was das Herz begehrt, von Sport- bis zu Erholungsmöglichkeiten. Am unkompliziertesten lernt man die einzelnen Orte mit der Kusttram (Küstentram) kennen, die alle Küstenorte miteinander verbindet. So kann man jeden Tag an einem anderen Strand verbringen ohne lästige Parkplatzsuche.
Knokke-Heist gilt aufgrund vieler Villen, exklusiver Läden, gehobener Restaurants und Luxushotels als der mondänste Badeort. Und da der Strand zwölf Kilometer lang und 70 Meter breit ist, findet man sogar im Sommer immer ein abgeschiedenes Plätzchen.
De Haan bietet neben einem langen Strand auch viele bewaldete Dünen mit ausgeschilderten Wanderwegen. Das Küstenstädtchen, das bereits vor über 100 Jahren ein Seebad war, verströmt mit malerischen Villen und Häuschen im Cottage-Stil nostalgischen Flair.
Ostende, eine der größten Städte an der belgischen Nordseeküste, ist ebenfalls ein altes Seebad und wartet mit einem der schönsten belgischen Strände, guten Shoppingmöglichkeiten und dem größten Casino Europas auf.
Wenn Sie sich mal im Strandsegeln ausprobieren wollen, sollten Sie nach De Panne, denn das ist hier dank des breiten Strandabschnitts möglich. Wer es ruhiger angehen lassen möchte, wandert in dem weitläufigen Dünengebiet.
Ardennen
Obwohl Belgien sehr dicht besiedelt ist, kann man hier auch schöne Touren in unberührter Natur unternehmen, vor allem in den Ardennen, dem bis zu 700 Meter hohen Mittelgebirge im Südosten des Landes, mit wunderbaren Wäldern, bezaubernden Flusstälern und Hochebenen. In den ausgedehnten Laub- und Tannenwäldern können Sie wandern und Rad fahren, auf den Flüssen Oise und Amel bieten sich Kajaktouren an. Und wenn der Hunger ruft, können Sie eines der urigen Dörfer besuchen und zu einem guten Bier den typischen Ardennenkäse probieren.
Besonders malerisch ist La Roche-en-Ardenne in einer Flussbiegung der Ourthe mit dem mittelalterliche Chateau Féodal. Auch Dinant am Ufer der Maas ist mit seinen bunten Häusern, der Zitadelle und der Stiftskirche Notre-Dame einen Abstecher wert. Geschichtsinteressierte sollten das Bastogne War Museum besuchen, das mit 3-D-Installationen über die Ardennenoffensive im Zweiten Weltkrieg aufklärt.
In den Untergrund geht es bei der Erkundung der Höhlen bei Han-sur-Lesse, der größten Tropfsteinhöhle Europas, und zwar mit einer alten Straßenbahn. Für Motorsportfans ist ein Besuch des Formel-1-Kurses in Spa-Francorchamps, der „Ardennen-Achterbahn“, ein Muss. Darüber hinaus können Sie in den Ardennen reiten und klettern sowie im Winter Ski fahren und langlaufen.

